Obstipationsprophylaxe

Obstipationsprophylaxe

Der seltene beziehungsweise unregelmäßige Stuhlgang wird als Obstipation (Verstopfung) bezeichnet. Hier erfahren Sie mehr zu den Ursachen, Symptomen und der effektiven Vorbeugung der Verstopfung.

Was ist Obstipation?

Laut Definition versteht man unter Obstipation eine Verstopfung. Die Stuhlentleerung findet dabei weniger als dreimal pro Woche statt und ist aufgrund des harten, trockenen Stuhls äußerst anstrengend und schmerzhaft.  Tritt dieses Symptom kurzzeitig auf, so spricht man von einer akuten Verstopfung. Zieht es sich hingegen über mindestens drei Monate hinweg, so liegt eine chronische Verstopfung vor. Frauen sind davon deutlich häufiger betroffen als Männer, wobei das Risiko im Laufe der Jahre steigt.

Was sind die Ursachen von Obstipation?

Für das Entstehen einer Obstipation gibt es verschiedene Ursachen:

  • Eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann dazu führen, dass der Körper das für ihn nötige Wasser aus dem Stuhl absorbiert. Die Folge dessen ist ein harter und trockener Stuhl, der wiederum die Hauptursache für das Entstehen einer Verstopfung darstellt. Es sollte dabei beachtet werden, dass Getränke mit hohem Koffeinanteil (z.B. Cola oder Kaffee) dehydrierend wirken und daher Verstopfungen eher noch begünstigen.
  • Eine ungesunde, d.h. insbesondere ballaststoffarme Ernährung kann das Entstehen einer Verstopfung ebenfalls fördern.
  • Ein Bewegungsmangel kann als Ursache für eine Obstipation ausgemacht werden, da jegliche Art von Bewegung den Stoffwechsel aktiviert und somit auch die Darmtätigkeit anregt.
  • Auch psychische Belastungen (beispielsweise Depressionen oder Stress) können zu einer Unterdrückung der Stuhlentleerung führen und dadurch eine Obstipation begünstigen.
  • Medikamente wie etwa Schmerz- und Beruhigungsmittel, Blutdrucksenker oder Eisenpräparate können die Wahrscheinlichkeit, dass eine Obstipation entsteht, deutlich erhöhen.
  • Ein Reizdarm verursacht eine Obstipation mit am häufigsten. Grund hierfür ist die dadurch bedingte verlangsamte Darmbewegung. Nicht selten tritt die Verstopfung hierbei abwechselnd mit Durchfällen auf.
  • Eine häufige Unterdrückung des Stuhlgangs kann zur Folge haben, dass der Drang, Stuhl auszuscheiden, mit der Zeit nicht mehr wahrgenommen wird. Dies führt letztendlich zur Obstipation.
  • Darmverengungen können durch Tumore, Narbengewebe oder Divertikel entstehen. Dadurch kann der Stuhl schwerer bewegt werden, was eine Verstopfung mit sich führt.
  • Durch eine Darmschwäche, also eine Störung in der Darmperistaltik, kann es ebenfalls zu einer Obstipation kommen.
  • Auch andere Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes, Parkinson oder Darmkrebs können das Symptom Verstopfung mit verursachen.

Was sind die Symptome von Obstipation?

Liegt eine Obstipation vor, so findet der Stuhlgang nur äußerst selten, d.h. weniger als dreimal pro Woche statt. Betroffene klagen währenddessen über Schmerzen bei der Stuhlentleerung, da dieser zumeist hart und trocken ist. Selbst nach der Entleerung fühlt sich der Darm verengt oder unvollständig entleert an. Es kann darüber hinaus zu einem Blähbauch oder Übelkeit kommen.  Durch das ständige Pressen unter hoher Anstrengung treten nicht selten Begleitsymptome wie Divertikel oder Hämorrhoiden auf.

Welche Maßnahmen helfen bei der Vorbeugung von Obstipation?

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, um einer Obstipation vorzubeugen. Bedenken Sie, dass die Anzeichen für eine Verstopfung zumeist nur durch den Klienten selbst wahrgenommen werden können. Sprechen Sie daher stets offen und verständnisvoll über dessen Essgewohnheiten und Verdauung, um ggf. weitere Maßnahmen einzuleiten.

  1. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist maßgebend, um einer Verstopfung vorzubeugen. Dazu zählt selbstverständlich auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, wobei wichtig ist, dass koffeinhaltige Getränke wie Cola oder Kaffee (aufgrund ihrer dehydrierenden Wirkung) nur in Maßen genossen werden. Klären Sie Ihren Patienten hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Verdauung auf und machen Sie ihm dadurch deutlich, dass gerade ballaststoffreiche Kost dazu beitragen kann, den Wassergehalt des Stuhls zu erhöhen und ihn dadurch weicher zu machen. Es empfiehlt sich, dazu gemeinsam einen Speise- und/oder Einkaufsplan aufzustellen.
  2. Achten Sie darauf, dass sich der Klient genügend bewegt. Jegliche Art von Bewegung aktiviert den Stoffwechsel und regt somit auch die Darmtätigkeit an.
  3. Es ist wichtig, dass sich gerade pflegebedürftige Klienten bei Bedarf problemlos entleeren können. Helfen Sie ihnen daher so viel und schnell wie nötig, ohne jedoch deren Intimsphäre zu verletzen.
  4. Kleinere Massagen des Bauches können ebenso die Darmtätigkeit anregen: Massieren Sie diesen dazu täglich im Uhrzeigersinn, um einer Obstipation effektiv vorzubeugen.